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Alfons
- Graber - Museum
Die in den drei Etagen des Ausstellungsgebäudes gezeigten Exponate wie Öl- und Temperabilder, Zeichnungen, Holz- und Linolschnitte oder Radierungen dokumentieren die ungewöhnliche Entwicklungsgeschichte eines Tiroler Künstlers des 20. Jahrhunderts. Ist Grabers frühe Schaffensperiode noch geprägt von der Auseinandersetzung mit den "modernen" Kunsttendenzen seiner Zeit und der vielschichtigen Verarbeitung seiner Eindrücke, so präsentiert sich sein späteres Werk völlig konträr dazu. Schrittweise und an den einzelnen Ausstellungsstücken gut ablesbar, zeichnet sich die Hinwendung zu einer an den großen Meistern der Renaissance und des Barock angelehnten Kunstauffassung ab.
1924 wechselte Graber an die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er zunächst unter Ferdinand Andri, ab 1925 unter Alois Delug in dessen Meisterschule unterrichtet wurde. Ab 1934 zählte Alfons Graber zu den Mitgliedern des Wiener Künstlerhauses. Die höchste öffentliche Auszeichnung, die ihm zuteil wurde, ist der Österreichische Staatspreis in Bronze, der ihm 1936 für eine Reihe von Radierungen und Monotypien verliehen wurde. 1944 kehrte der Maler in seine Heimatgemeinde Steinach zurück, wo er bis zu seinem Tod 1990 leben und über viele Jahre hinweg als freischaffender Künstler tätig sein sollte.
Auch mit der Wahl der Bildsujets gibt sich der Künstler betont traditionsbezogen: Nicht nur in den zahlreichen Selbstbildnissen, Kinderporträts, Akten oder in den heiter-gemütvollen Genrebildern mit den charaktervollen ländlichen Typen, auch in seinem sehr umfangreichen und vielseitig gestalteten sakralen Werk steht immer der Mensch im Zentrum der Betrachtung.
Zweifellos übten seine Lehrer an den Akademien und das Umfeld des Wiener Künstlerhauses, das sich als eine die alten künstlerischen Formen bewahrende Institution begriff, einen prägenden Einfluss auf Graber aus. Letztlich liegt die Abkehr vom internationalen Kunstgeschehen wohl aber in der empfindsamen Persönlichkeit des Künstlers begründet, der sich in dem breiten, spannungsgeladenen Feld der modernen Stilrichtungen immer orientierungslos gefühlt hatte und erst die barocke Formensprache als die geeignetste zum "Sichtbarmachen unseres Gemütszustandes" für sich entdecken musste.
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